Wie erkennt man einen echten Kromfohrländer?

Seit Ende 2000 wird jeder Kromfohrländer in Deutschland mit einem Microchipp gekennzeichnet. Davor wurden die Welpen bei der Wurfabnahme im Ohr tätowiert.
Jeder reinrassige Kromfohrländer hat eine Ahnentafel. Auf dieser Ahnentafel werden die Vorfahren über vier Generationen lückenlos ausgewiesen. Sie trägt das Emblem des Rassezuchtvereins der Kromfohrländer e.V., sowie des VDH und des FCI.
Papiere, die diese Embleme nicht tragen, wurden nicht von dem zuchtbuchführenden Rassezuchtverein ausgestellt, bzw. nicht von einem Verein ausgestellt der dem VDH bzw. der FCI angehört.
Hunde mit nicht VDH/FCI Papiere dürfen zur Zucht im VDH/FCI nicht eingesetzt werden.
Entsprechendes gilt für Kromfohrländer die im Ausland gezüchtet wurden!
Ahnentafeln von Kromfohrländern die in Österreich gezüchtet wurden tragen das Emblem des ÖKV und der FCI. Ahnentafeln aus der Schweiz tragen das Emblem der SKG und der FCI. Für Ahnentafeln aus Finnland, Dänemark, Holland und Belgien gilt entsprechendes.

 

Welpenvermittlung

Im Rassezuchtverein gibt es zwei Möglichkeiten aktuelle Züchteradressen zu erhalten. Gegen Zusendung eines frankierten und adressierten Rückumschlages beim "aktuellen Züchternachweis

Petra Henning
Georg-Ludwig-Str. 6
97526 Sennfeld

erhalten Sie eine vollständige Adressliste der aktuellen Züchter.

Züchter, die der Veröffentlichung ihrer Daten im Internet zugestimmt haben, werden auf der Internetseite des Rassezuchtvereins der Kromfohrländer geführt.

Beide Adressenlisten werden zeitgleich, in unregelmäßigen Abständen, aktualisiert. Auf ihnen befinden sich immer nur diejenigen Züchter die aktuell einen Wurf planen bzw. in Kürze Welpen erwarten.

Es ist uns sehr wichtig, dass der Erstkontakt zum Züchter in einem direkten Gespräch statt findet. So können Sie als Interessent einiges über den Züchter erfahren und im Laufe des Gespräches können Ihnen viele Fragen beantwortet werden. Auch der Züchter lernt Sie über das persönliche Gespräch etwas kennen und kann sich ein besseres Bild davon machen wo denn unter Umständen einer seiner Welpen zukünftig sein Zuhause haben könnte. Allen unseren Züchtern ist es sehr wichtig, dass ihre Welpen in gute Hände kommen und nicht als übereilter Blitzkauf später im Tierheim landen.

Schon seit einiger Zeit werden durchschnittlich ca. 200 Welpen pro Jahr geboren. Davon sind ca. 2/3 rauhaarige und ca. 1/3 glatthaarige Kromfohrländer. Wenn sie wirklich einen Kromfohrländer wollen, ist es wichtig, dass sie mit mehreren Züchtern Kontakt aufnehmen und sich auch regelmäßig bei diesen wieder melden. Dann können sie sicherlich innerhalb weniger Monate einen Kromfohrländerwelpen in ihren Armen halten.

Eine gute Gelegenheit unsere Hunde in natura zu erleben und sich mit den Züchtern unverbindlich zu treffen, sind die vielen Kromfohrländerspaziergänge die es deutschlandweit gibt! Gäste sind immer herzlich Willkommen!

 

Die Kromfohrländerzucht im Rassezuchtverein der Kromfohrländer e.V. (RZV)

Grundsätzliches 

Zitat aus der Satzung des RZV Stand 2009:
"Der Verein versteht sich als Rassehunde - Zuchtverein im Sinne der Satzung des VDH. Zweck ist die Reinzucht der Rasse der Kromfohrländer nach dem bei der FCI hinterlegten gültigen Standard Nr. 192. Demgemäss fördert der Verein alle Bestrebungen, die der Erfüllung dieses Zwecks dienen. Dabei ist die Grundlage die Erhaltung und Festigung dieses Rassehundes in seiner Rassereinheit, seinem Wesen, seiner Konstitution und seinem formvollendeten Erscheinungsbild."
Zitat Ende.

Um den Vereinszweck auch erfüllen zu können gibt es u.a. die Zuchtordnung die sich im wesentlichen an die Zuchtordnung des VDH anlehnt und vom diesem auch genehmigt werden muss. In der Zuchtordnung sind die Mindestanforderungen an die Zucht geregelt. So zum Beispiel das Mindest- und Höchstalter des Zuchteinsatzes, die Abstände zwischen den Würfen in Abhängigkeit der Wurfgröße, Einsatz nach Kaiserschnitten, Zuchtstättenkontrollen, Wurfabnahmen usw.. Mitglied im VDH sind nur Vereine die keine gewerbsmäßige Zucht betreiben.

Was bedeutet dies für die Kromfohrländerzucht?

Die Zuchtzulassung erhält ein Kromfohrländer im RZV durch die 1997 eingeführte Körung. Um zu dieser zugelassen zu werden ist eine Ahnentafel der FCI notwendig. Außerdem muss vorab eine Gesundheitsuntersuchung beim Tierarzt durchgeführt werden um sicherzustellen dass dieser Kromfohrländer zum Zeitpunkt der Körung gesund ist. Bei der Körung wird der Hund durch einen VDH-Richter nach dem Standard (Aussehen und Körperbau) beurteilt, des Weiteren wird während der gesamten Körung sein Wesen beobachtet und beim anschließenden Wesenstest durch die Körkommission zusammen mit dem Richter beurteilt. Der Wesenstest besteht aus Alltagssituationen wie Begegnungen mit Einzelpersonen, Gruppen, Enge, Lärm und Artgenossen.

Seit 01.01.2008 ist das Mindestalter für die Körung 18 Monate.

Das Mindestalter für den ersten Zuchteinsatz für Hündinnen liegt bei 18 Monaten. In der Regel werden die Hündin nicht vor dem vollendeten zweiten Lebensjahr zur Zucht eingesetzt. Für Rüden wurde das Mindestalter ab 01.01.2008 auf drei Jahre hochgesetzt. Die Erfahrung zeigte, dass es sinnvoller ist etwas ältere Rüden einzusetzen, als ganz junge deren Entwicklung sowohl gesundheitlich als auch vom Wesen noch nicht absehbar ist.

Der Abstand zwischen zwei Würfen muss 355 Tage betragen, sind es mehr als acht Welpen sogar 18 Monate minus zehn Tage. Warum? Hiermit wird gewährleistet, dass die Hündinnen nicht als Welpenproduzentin  benutzt werden und wirklich ausreichend Zeit zur körperlichen Erholung haben.

Die Aufzucht in der Familie ist für die Kromfohrländerzucht selbstverständlich.

Die zukünftige Zuchtstätte wird durch den zuständigen Zuchtwart vor dem ersten Wurf kontrolliert und muss den Mindestanforderungen der Zuchtordnung entsprechen. Hierzu wird nicht ein großes Haus benötigt, aber ausreichend Platz für den Innen- und Außenauslauf muss vorhanden sein. Ebenso muss die durchgehende Wurfbetreuung gewährleistet sein. Man kann nicht einfach einmal einen Wurf machen und die Tiere dann  den ganzen Tag sich selbst überlassen.

Die Welpen bleiben mindestens 60 Tage bei der Mutter. Nach der vom RZV durchgeführten Wurfabnahme können die geimpften und mit einem Microchip gekennzeichneten Welpen dann in ihr neues Zuhause abgegeben werden. 

Zuchtlenkung

Die Anzahl der Deckeinsätze ist begrenzt. Warum? Im Laufe der Jahre haben wenige Rüden viele Hündinnen gedeckt. Was zur Folge hat, dass, wenn man sich die Ahnentafeln anschaut, häufig die gleichen Väter, Großväter, Urgroßväter auftauchen. Andere Rüden dagegen wurden nie eingesetzt, möglicherweise aus Angst sie könnten vielleicht nicht decken, oder weil sie zu weit entfernt wohnen oder aus anderen Gründen. Mit der Begrenzung der Deckeinsätze (derzeit 6 Deckakte Deutschland und Schweiz, sowie 2 weitere Deckakte im FCI-Ausland) stellt man sicher, dass eine größere Streuung der "Gene" durchgeführt wird. Oder anders gesagt die Zucht auf eine breitere Basis gestellt wird. Trotzdem kann es vorkommen, dass einige Rüden in kurzer Zeit ihre Deckeinsätze verbraucht haben. So stehen sie als alter, gesunder Rüde leider nicht mehr zu Verfügung. 

Paarungsauflagen ermöglichen, dass auch die Kromfohrländer, die nicht zu 100 % dem Standard entsprechen in der Zucht eingesetzt werden können um a) ihre Gene in die Rasse einzubringen und b) mögliche "Fehler" wie z.B. Fehlzähne, etwas zu langes/kurzes Haar, nicht Standard gemäße Haarqualität, zu blasse Fleckung durch eine passende Verpaarung nicht noch stärker zu verbreiten.  

Zur Zucht nicht zugelassen werden z.B. Kromfohrländer mit Gebäudefehlern, Knickruten, Stehohren, bestimmte Anzahl von Fehlzähnen, deutlich zu langem Haarkleid, schwarzen Platten ohne braune Unterwolle und Kromfohrländer die zu groß sind. Seit die Körung eingeführt wurde, waren es nur eine handvoll Hunde die aus diesen Gründen die Zuchtzulassung nicht erhielten.

Ein ewiges Diskussionsthema sind die so genannten "glatt kurzen" Kromfohrländer. In den Standard aufnehmen ja oder nein. Zur Zucht notwendig ja oder nein. Bei ihnen handelt es sich um Kromfohrländer mit kurzem Fell und ohne Bart, eine weitere Laune der Natur wie die Hunde mit mittellangen oder langem Fell.

Der gültige Standard sagt sowohl bei rau als auch bei glatt: "Auf dem Rücken und am Widerrist nicht länger als sieben cm und an den Seiten drei cm."

In vielen Rauhaar Würfen werden Welpen mit kurzem, mittellangen und langen Haarkleid geboren. In den Glatthaar Würfen hängt es von den Eltern ab. Sind beide mittellang, sind auch die Welpen mittellang im Haarkleid. Ist ein Partner kurz ist in der Regel ein Teil des Wurfes kurz, ein Teil mittellang im Haarkleid.

So gesehen ist der "kurze" ein Stiefkind in der Zucht. Die Rauhaarzüchter wollen ihn nicht weil er keinen Bart hat und sie befürchten den Bart damit komplett heraus zu züchten und ein Teil der Glatthaarzüchter will ihn nicht weil das Haarkleid zu kurz ist. Aus Sicht der Zucht benötigen wir ihn trotzdem, denn er bringt genetische Vielfalt und in der Regel Farbe (außer er gehört zu den Hellgeborenen, aber das geht jetzt hier zu weit). Dabei darf aber der Standard nicht aus den Augen verloren werden.

Nicht vergessen darf man, unabhängig vom Zuchtziel, den Käufer! Wer glaubt es gäbe einen sehr großen "Markt" für den "kurz glatten" täuscht sich gewaltig! Entweder wollen die Käufer einen echten Rauen und das ist der größte Teil der Anfragen oder einen echten Glatten und ein kleiner Rest freut sich auf einen kurz glatten Kromfohrländer.

Seit 01.01.2008 werden versuchsweise wieder Mischpaarungen zwischen rau und glatt zugelassen. Natürlich wird hierdurch der raue Kromfohrländer nicht rauer und typischer und der glatte Kromfohrländer nicht seidiger und typischer. Darüber muss sich jeder Züchter und Käufer im klaren sein. Vielmehr ist es ein Versuch die genetische Vielfalt zu vergrößern. Ob dies gelingt und wie die Ergebnisse aussehen wird die Zukunft zeigen. Gibt es kein zufriedenstellendes Ergebnis wird man von den Mischpaarungen wieder Abstand nehmen.

Soviel zum Thema Zulassung, Zuchteinsatz.

Wie sieht es aber mit der Zuchtlenkung in Sachen Gesundheit aus?

Wie schon an anderer Stelle angesprochen wird schon seit ca. 1995 die in der Rasse auftretende Epilepsie bekämpft. Früher war man mehr oder weniger auf Hörensagen der einzelnen Kromfohrländerbesitzer oder Züchter angewiesen wobei es häufig so war, dass die eigenen Kromfohrländer gesund, die der anderen aber krank waren. So konnte es nicht weitergehen. Um die schon bestehende Zuchtwertschätzung mit "Leben" zu füllen wurde 1999 die erste Gesundheitsumfrage gestartet. Alle bekannten Kromfohrländerbesitzer wurden angeschrieben und um Beantwortung des Fragebogens gebeten. Immerhin gut 70 % der Bögen kamen von den Besitzern ausgefüllt zurück. Folgende gesundheitliche Probleme stellten sich heraus: Epilepsie, Probleme im Bewegungsapparat, hyperkeratotische Veränderungen der Pfotenballen, einzelne Tiere mit Immunschwächen und einige wenige die im Alter erblindet waren. Seither werden jährlich immer bestimmte Jahrgänge der Population angeschrieben und der Rücklauf liegt nach wie vor bei ca. 70% der Fragebögen.

Mit diesen Rücklauf an Fragebögen konnte und kann man nun gezielt Zuchtlenkung betreiben. 

Große Erfolge hat man bei der Epilepsie bzw. Anfallsleiden. Die Zuchtlenkung greift und nur noch vereinzelte Tiere erkranken im Laufe ihres Lebens an dieser Krankheit. 

Informationen zu Immunschwächen werden dahingehend berücksichtigt, dass, wenn ein Risiko in den Linien vorhanden ist, die Züchter eingehend darauf hingewiesen werden und von einer Verpaarung abgeraten wird. 

Tiere mit hyperkeratotischen Veränderungen der Pfotenballen  (heriditäre Fussballen Hyperkeratose) werden registriert und die Eltern werden als Vererber dieser Erkranunkung geführt. Da diese Erkrankung bereits im ersten Lebensjahr zu erkennen ist, kommt kein krankes Tier in die Zucht. Wie bei den Immunschwächen werden die Züchter über eventuelle Risiken in der Zuchtlinie informiert und von einer entsprechenden Verpaarung abgeraten. Die Anzahl der Neuerkrankungen mit hyperkertotischen Veränderungen der Pfotenballen sind zwischenzeitlich gegen Null. 

Seit Anfang März 2014 steht ein Gentest für die "heriditäre Fussballen Hyperkeratose (HFH) / digitale Hyperkeratose" beim Kromfohrländer zur Verfügung. Dieser kann unter www.laboklin.de oder www.biofocus.de angefordert werden. Dieser Gentest ist seit 01.01.2015 für alle Kromfohrländer, die neu in die Zucht kommen, bzw. zur Körung kommen, Pflicht. Somit wird zukünftig verhindert, dass Welpen mit dieser Erkrankung geboren werden.

Augenuntersuchungen werden auf freiwilliger Basis durchgeführt, auch diese Informationen werden wie oben registriert, erkrankte Tiere werden aus der Zucht genommen.

All diese Informationen kann jeder Züchter im RZV abrufen und bei seinen Wurfplanungen berücksichtigen.

Probleme im Bewegungsapparat, ein großer Überbegriff. Bis ca. Mitte der 1990iger Jahre wurden die Kromfohrländer noch auf Hüftgelenkdysplasie (HD) geröntgt. Die Untersuchungen ergaben, dass HD in der Rasse kein Problem ist und wurden daraufhin eingestellt. Bezüglich Ellbogendysplasie (ED) zeigen  sich bislang kaum Auffälligkeiten, trotzdem wird auch dieses Thema im Auge behalten. 

Die Zahl der Kromfohrländer mit Angaben „Patella Luxation“ liegt bei kleiner 0,5 % von derzeit ca. 5100 insgesamt in Deutschland geborenen Kromfohrländern (Stand  April 2014).

Wird bei der Gesundheitsuntersuchung für die Körung ein Verdacht auf „Patella“ festgestellt, muss das Tier bei einem Fachtierarzt vorgestellt werden. Bis Ende 2013 wurde Tiere deren Bewertung größer 1 ergab,  zur Zucht  nicht zugelassen. Seit 2014 müssen die Bewertungen der Patella 0 sein, um zur Zucht zugelassen zu werden.

 Entsprechendes gilt, sollte bei der Gesundheitsuntersuchung ein Verdacht auf ED festgestellt werden.

Häufiger haben wir Kromfohrländer, die an Arthrose leiden. Auch hier gilt, wie in den anderen Beispielen, erkrankte Tiere dürfen in der Zucht nicht eingesetzt werden.

Zugegeben, hier gibt es noch einiges zu tun.

Was kann man sonst tun um zu verhindern dass Probleme im Bewegungsapparat auftreten? Man sollte auf keinen Fall die Springfreudigkeit seines Kromfohrländers fördern. Mühelos springt er aus dem Stand bis auf Schulterhöhe seines Besitzers. Eine enorme Belastung für die nicht fertig ausgebildeten Knochen des Welpen oder Junghundes. Dazu kommt unter Umständen ein zu hohes Gewicht. In wie weit grundsätzlich die Fütterung zu obigen Problemen beiträgt bleibt offen. Sicher ist, viel hilft nicht viel, auch bei Vitaminen und Spurenelementen. Weniger ist manchmal mehr.

2009 wurde in der Mitgliedschaft über die Cystinurie diskutiert, eine vererbliche Erkrankung bei der Cystinsteine gebildet werden. Derzeit sind 22 erkrankte Kromfohrländer bekannt. Erkrankte Tiere, ihre Eltern, Vollgeschwister und eventuelle schon vorhandene Nachkommen dürfen in der Zucht nicht eingesetzt werden. (Stand April 2017). 

Seit 2016 wird an der Uni Bern von Prof Leeb, in Zusammenarbeit mit Prof. Giger (USA), an einem Gentest für Cystinurie geforscht. Der Rassezuchtverein unterstützt aktiv diese Forschung durch Blutproben ausgewählter Tiere, deren Pedegree, COLA-Test mit Sedimentuntersuchung und PH-Wert Bestimmung. Bei einem Treffen unseres Zuchtausschuss mit Prof Leeb wurde beraten welche Zuchtlenkung zum Thema Cystinurie sinnvoll ist. Galt bislang die strikte Regelung, erkrankte Tiere und das gesamte direkte familiäre Umfeld aus der Zucht zu nehmen wurde eine sinnvollere Zuchtlenkung beschlossen, die seit Ende Februar 2017 gültig ist. Alle Deckrüden müssen nun einen COLA-Test inklusive Sedimentbestimmung und PH-Wertbestimmung vorlegen bevor sie zum Zuchteinsatz kommen. Das Mindestalter der Rüden für diese Untersuchung beträgt 36 Monate.Diese Untersuchungsergebnisse fliesen direkt in die Forschung in Bern mit ein. Da es sich bei der beim Kromfohrländer vorkommenden Cytinurie um eine hormonabhängige Form handelt (Testosteron) ist eine Untersuchung der Hündinnen sinnlos und nicht aussagekräftig!

Vielleicht stolpert man über den Begriff "informiert und abgeraten". Vielleicht fragt man sich warum wird es nicht verboten? Das ist eine Frage die man vorsichtig beantworten muss. Entsprechend reagieren kann man nur, wenn man weiterhin die Informationen erhält. Ein gesundes Tier kann man nicht einfach aus der Zucht nehmen. Die Population der Kromfohrländer ist nun einmal eine sehr kleine Population und man muss, will man mit der Zucht im Sinne der Tiere weiterkommen immer sorgfältig abwägen.

Weitere Informationen zu den genannten Erkrankungen finden Sie auch unter folgenden Links:
TIHO Hannover: Das Auftreten der „Digitalen Hyperkeratose“ bei einer jungen
Hunderasse, dem Kromfohrländer

Epilepsie Informationsbroschüre der Tierärztlichen Hochschule Hannover

TIHO Hannover Dissertation: Klinische Pilotstudie zur Prüfung einer neuen antiepileptischen Wirksubstanz
an Hunden mit idiopathischer Epilepsie

TIHO Hannover Dissertation: Der Einsatz von Gelatinehydrolysat bei klinisch-orthopädisch gesunden Hunden
und Hunden mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates

Informationen des Rassezuchtvereins zur Entwicklung der Gesundheit des Kromfohrländers findet man unter www.kromfohrlaender.de/der-kromfohrlaender/fuer-besitzer/gesundheit/gesundheitsdaten/

An dieser Stelle  möchte ich Sie lieber Leser direkt ansprechen. Sie haben schon einen Kromfohrländer? Sie sind in den letzten Jahren umgezogen? Dann prüfen Sie bitte nach ob dem Rassezuchtverein der Kromfohrländer Ihre neue Anschrift vorliegt. Denn nur so können Sie vom RZV auch angeschrieben werden und Ihren Teil zur Gesunderhaltung der Rasse beitragen. Ihnen fehlt eine Ansprechperson? Über die HP des Rassezuchtverein der Kromfohrländer können Sie Kontakt zur Zuchtbuchstelle aufnehmen.

Bluteinlagerung für Forschungszwecke bzw. Entwicklung für Gen-Tests beim Kromfohrländer:

Für die Rasse der Kromfohrländer liegt bislang nur ein Gentest vor mit dessen Hilfe man  eine Erbkrankheit frühzeitig erkennen und somit für die Nachkommen verhindern kann. 

Gentests müssen auf die jeweilige Hunderasse abgestimmt sein, da das Defektgen nicht bei jeder Rasse an der selben Stelle der DNA ist. Die Forschung schreitet in großen Schritten voran. Um einen Grundstock zu haben wurde bereits vor einigen Jahren vom Rassezuchtverein der Kromfohrländer (RZV) eine Blutbank eingerichtet. Bislang müssen nur die Zuchthunde Blutproben abgeben. Leider hat sich gezeigt, dass es extrem schwierig ist weitere Proben von Kromfohrländern zu erhalten. Aus diesem Grund war es teilweise nicht möglich an Forschungsarbeiten teilzunehmen.
Wenn Sie einen Kromfohrländer haben von dem noch keine Proben eingelagert sind, fassen Sie sich ein Herz und lassen diese von Ihrem Tierarzt abnehmen. Dies gilt auch für ältere Tiere. Besonders wichtig ist es Proben von kranken Tieren zu erhalten. Der RZV freut sich über jede Probe unabhängig davon ob Sie bei uns Mitglied sind oder nicht, ob Sie züchten möchten oder nicht. Nur mit Ihrer Hilfe erhält der RZV ausreichend Vergleichsproben. Diese werden ausschließlich für Forschungszwecke verwendet. Die Unterlagen und ein dazu gehöriges Merkblatt, finden Sie auf der Internetseite des Rassezuchtvereins im Formularcenter unter Zucht und Körung. Benötigt werden 3x3 ml EDTA Blut. Für Sie entstehen die Kosten der Blutabnahme und des Versands der Proben. Der Rassezuchtverein übernimmt die Kosten der Einlagerung der Proben.
Mit Ihrer Hilfe könnte zukünftig eine noch bessere Zuchtarbeit im Rassezuchtverein geleistet werden. Im Namen unserer Kromfohrländer sage ich schon einmal vielen Dank!

 

Wesen

Ein weiteres Thema ist das Wesen (siehe auch: Die Rasse). Mitte der 90iger Jahre hatte der Kromfohrländer einen miserablen Ruf. Er galt als aggressiv, bissig und einfach untragbar. Warum? Vielleicht wurde zu sehr seinem Ruf als "misstrauisch gegenüber Fremden" nachgegeben. Zuwenig auf Sozialisierung geachtet, nicht ausreichend geprägt. Im nachhinein kann man das nicht beantworten. Ich weiß nur, dass ich mit meinem ersten Kromfohrländer 1992 keine derartigen Probleme hatte. Heute wird auf gute Prägung schon beim Züchter sehr viel Wert gelegt. Die Käufer werden auf regelmäßige Besuche einer kompetenten Hundeschule und ausreichenden und kontrollierten Kontakt mit Gleichartigen eindringlich hingewiesen.

Die Aufzucht in der Familie ist für die Kromfohrländerzucht selbstverständlich!

Dass der Kromfohrländer sich sowohl im Aussehen als auch in seinem Wesen deutlich im positiven von den "alten Generationen" unterscheidet wurde dem RZV auch in der Festrede anlässlich des 50 jährigen Jubiläums 2005 vom VDH bestätigt. Auch die Ausstellungsrichter äußern sich zwischenzeitlich sehr positiv über die ihnen vorgestellten Kromfohrländer. Ein Ansporn in der eingeschlagenen Richtung weiter zu machen. 

 

Fortbildung im RZV

Seit einigen Jahren gibt es einmal jährlich die Erstzüchtertagung die inzwischen eine Pflichtveranstaltung für zukünftige Züchter ist. Hier werden alle Fragen rund um die Formalitäten und Zucht (Läufigkeit, Deckakt, Geburt, Aufzucht) angesprochen. Fragen beantwortet und diskutiert. Den Züchtern soll an dieser Veranstaltung auch ihre Verantwortung für die zukünftigen Generationen der Kromfohrländer nahe gebracht werden. Des Weiteren stehen jedem Züchter alle Zuchtwarte zum Thema Zucht Rede und Antwort und können jederzeit in Anspruch genommen werden. 

 

Einkreuzen.  

Ein heißes Thema in der Hundezucht, das seit Jahren auch bei den Kromfohrländern diskutiert wird. Wie jedes Thema kann man auch dieses von zwei Seiten sehen. Die Befürworter sehen nur positives darin. Die Rasse wird einmal gesünder sein, einen besseren Charakter haben, ein besseres Haarkleid haben, die Würfe agiler sein.

Tatsächlich gibt es aber eine Gruppe außerhalb des RZV und VDH, die seit einigen Jahren einkreuzt. Soweit ich es nachlesen konnte ist die F2 Generation (also die Enkelkinder) nicht gesünder als die Ausgangspopulation.

Wenn man einkreuzt müsste man doch nachgewiesener Maßen wissen, dass die Tiere die aus der anderen Rasse dazu „gemischt“ werden wirklich gesünder sind. Was ist aber, wenn sie auch Defektgene tragen die vielleicht nicht bekannt sind? Nicht bekannt, weil unter Umständen wenig Information über die Population vorliegt oder weil es nicht zum Tragen kommt, weil der „Gegenpol“ dazu fehlt. Was passiert wenn der „Gegenpol“ ausgerechnet beim Kromfohrländer zu finden ist?

Kromfohrländer mal „andere Rasse“ ist nicht gleich gesünder, besser, schöner.

Wenn man einkreuzt muss man sinnigerweise 100% dieser Population im Auge haben. Von keinem Tier dürfen Informationen fehlen, kein Kontakt darf abreißen. Wie schwierig das ist, weiß jeder Züchter der mehr als einen Wurf hat.

Ist es nicht so, dass, wenn man sich umhört, nahezu jede Rasse das Prädikat trägt: „gesund“, „hohe Lebenswartung“, „kinderfreundlich“, „verschmust“, „anhänglich“?

Wenn ein Wurf geboren wird, ohne Missbildungen und er sich normal entwickelt, spricht man immer von einem gesunden Wurf. Das Züchterglück ist ein gesunder Wurf. Aber keiner kann uns sagen wie gesund sie in einem Jahr, in drei Jahren, in sechs Jahren sind.

Mischlinge sind gesünder als Rassehunde? Da würde ich einfach einmal einen Tierarzt fragen. Sind Mischlinge nicht eine Mischung aus verschiedenen Hunden? Auch Rassehunden? Wenn diese krank sind, können doch ihre Nachkommen nicht gesünder sein.

 

Abschlussbemerkungen

Noch ein letztes Mal zurück zum  Thema rau und glatt. Seit wir selbst aktiv im Verein arbeiten und das sind immerhin schon mehr als 20 Jahre, habe ich kein einziges Mal erlebt, dass die Zuchtverantwortlichen einen Unterschied zwischen einem Rauhaar Züchter und einem Glatthaar Züchter machten. Immer ging es in den Entscheidungen ausschließlich um den Kromfohrländer. Komischerweise hält sich aber hartnäckig das Gerücht es sei so. Es ist wirklich an der Zeit diese uralte Meinungen zu diesem Thema endgültig zu begraben!

Last but not least möchte ich betonen, dass alle die heute Kromfohrländer züchten Tiere aus derselben Population haben, mit denselben Vor- und Nachteilen. Mit denselben gesunden und kranken Genen. Keiner züchtet gesündere oder kränkere Kromfohrländer. Jeder, ich betone jeder kann gesunde (was sehr zu wünschen ist) oder leider auch kranke Nachkommen in seiner Zucht haben. Nahezu alle Informationen die heute jeder Kromfohrländer Züchter hat, basieren auf dem Zuchtbuch, den Umfragen und dem Datenmaterial des Rassezuchtvereins.

Marion Wisst

Stand: 23.04.2017